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Damals: Die große Wäsche

Wenn man heute die Wäsche in die vollautomatische Waschmaschine wirft, kann man kaum ermessen, welchen Arbeitsaufwand und –leistung die Hausfrauen an Waschtagen zu erbringen hatten.

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Vielerlei Arbeitsvorgänge waren damit verbunden: Sortieren, Einweichen, Kochen, Waschen, Bleichen, Stärken. Wir wollen den Blick wenden auf die große Wäsche: "Jedes Stück Wäsche wurde mit Kernseife vorgewaschen, die Hemden am Hals und Bündchen. Der Waschtopf wurde auf den Herd geschafft und unter dem Kessel wurde Feuer gemacht, Wasser und Waschpulver hinein und dann die Wäsche. Das Feuer wurde so lange geschürt, bis der Schaum überkochte. Die Wäsche war am anderen Morgen noch warm. Nach all diesen Vorbereitungen begann der eigentliche Waschtag, der in der Regel der Montag war, in aller Frühe. Nach dem Kochen der Wäsche begann die mechanische Säuberung der Textilien.

Jedes Wäschestück musste einzeln mit der Hand vor der Einführung von Waschmaschinen mit den Hilfsmitteln Waschbrett und Bürste gereinigt werden: Während die Lauge im Kessel langsam zum Kochen kam, wurden die Wäschestücke darin mit einem etwa 1 Meter langen Holzstab, der am unteren Ende verbreitert war, immer wieder niedergedrückt und in die Lauge bewegt. Nach dem Kochen hob man mit dem gleichen Arbeitsgerät die heiße Wäsche in einen Zuber, der auf dem Bock stand, damit die Wäscherin sich nicht zu sehr bücken musste. Das Waschbrett wurde in den Zuber gestellt und jedes Wäschestück gründlich auf ihm gerubbelt. Hartnäckige Flecken wurden mit Kernseife oder mit Silberseife, einer Schmierseife, eingerieben und wieder gerubbelt. Dann kam die Wäsche, gut ausgewrungen, in eine Wanne mit lauwarmem Wasser zum Auswaschen und anschließend nach draußen in den "Kump”, wo sie kalt ausgewaschen wurde, bis das Wasser klar blieb....

Dann kam die Buntwäsche in die noch warme Lauge im Zuber und wurde genauso behandelt wie die Weißwäsche. Die Blauwäsche der Mannsleute kam dann an die Reihe. Sie wurde nicht nur gerubbelt, sondern kräftig mit einer Wurzelbürste und Seife bearbeitet,ausgewaschen und aufgehängt. Zum Schluss kamen die schwarzen und grauen Wollstrümpfe in die inzwischen stark abgekühlte Lauge und wurde gewaschen.” Als Bügeleisen diente früher häufig das Flacheisen, wovon man mehrere benötigte, um immer ein heißes Eisen bereit zu haben (die Bügeleisen standen daher auf dem heißen Kohlenofen), wenn das gerade benutzte kalt zu werden begann. Es gab auch andere Eisenformen, zum Beispiel solche für Holzkohle, sogenannte Kamineisen. Diese waren aber bis zu 12 kg schwer, so dass die sie benutzenden Frauen "kräftig gebaut” sein mussten. Im Bereich der Waschgeräte reizte gerade das technisch unkomplizierte Bügeleisen zu Experimenten mit Gas und Strom.

Bereits um 1850 datieren erste Versuche, Gas als Wärmequelle für das Bügeln zu nutzen. Entweder hatten die Körper des Eisens an der Rückseite eine große Öffnung, um über der offenen Flamme eines Gasofens erhitzt zu werden oder aber sie erhielten im Inneren einen Gasbrenner, der über einen Schlauch mit dem Gasbrenner verbunden war. Während es dem Gasbügeleisen nicht gelang, die unterschiedlichen, althergebrachten Kohleneisen aus den Haushalten zu verdrängen, so allerdings –nach einigen Jahrzehnten des Experimentierens- das Elektrobügeleisen. In den zwanziger Jahren gelang es, nicht nur eine kontinuierliche Beheizung, sondern auch eine zuverlässige Temperaturregulierung zu gewährleisten.

Das elektrische Bügeleisen war Ende der zwanziger Jahre dasjenige Elektro-Haushaltsgerät, welches nicht nur als erstes, sondern mit Abstand auch am weitesten in den Haushalten vertreten war, die zu diesem Zeitpunkt über einen Stromanschluss verfügten.

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