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Aus dem Waldklassenzimmer zu Krebsen, Bodentieren, Vögeln und zum Wasserkreislauf

Mit dem neuen Walderlebnisweg als Ersatz für den alten Waldlehrpfad rückt die Ronsdorfer Talsperre vor allem in den Sommerschulferien als Supertipp noch mehr ins Blickfeld

Natur- und Waldlehrpfade haben die Aufgabe, die zunehmend zu beachtende Naturferne von Kindern und Jugendlichen zu beseitigen. Aber auch Erwachsene können von den vermittelten Informationen profitieren, weil es sich um Wissen aus unserem Alltag mit zahlreichen Querverbindungen und Abhängigkeiten handelt. An Kinder und Jugendliche wenden sich die Initiatoren mit der Forderung „Raus aus dem Klassenzimmer – rein in die Natur“ und muntern zum naturnahen Schulunterricht auf. Familienausflüge können ebenso wenig schaden. Im Falle des Walderlebnisweges um die Ronsdorfer Talsperre wurde sogar ein Waldklassenzimmer errichtet. Drehscheiben und Holzklappen an einigen der elf Tafeln ermöglichen aktives Handeln. Spielpunkte tragen zur Entspannung bei.
Als „Heideweiher“ bezeichnete Wolf Stieglitz die Ronsdorfer Talsperre 1992 im von Dr. Wolfgang Kolbe herausgegebenen „Wuppertaler Naturführer“. Ein weiteres Kapitel widmete Helmut Fehr dem Waldlehrpfad, der später um einige Tafeln zu Wald- und Umweltschäden ergänzt wurde. Der Autor, damals für den Ronsdorfer Wald und andere Stadtwälder zuständig, fand kritische Worte zum 1,4 Kilometer langen Lehrpfad, weil er zwar gepflegt und repariert wurde, aber konzeptionell überholt war. Die Kurzbeschreibung einer Baumart allein reicht nicht mehr. Längst geht es um ökologische Zusammenhänge und globale Wechselwirkungen, auch Verschwendung von Wasser und Energie. Kurz: die Rede ist den Lebensgrundlagen für Menschen!
Eine spätere Diplomarbeit zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Landschaftsparks Gelpe-Saalbach entstand im Millenniumsjahr 2000 durch Sylvia Schwanke, die feststellte: „Der Waldlehrpfad ist in einem Zustand, der eine Überholung in thematischer, technischer und vor allem didaktischer Hinsicht nahe legt.“ Diese Steilvorlage nutzte der Ronsdorfer Heimat- und Bürgerverein und gründete nach Auflösung des Fördervereins Ronsdorfer Talsperre einen Arbeitskreis mit verschiedenen Aufgaben und Zielen rund um die sanierte Talsperre im Saalbachtal.
Rund zwei Jahre arbeitete der Arbeitskreis an einem Konzept für einen familien- und kinderfreundlichen Walderlebnisweg. Es werden Themen wie Wasserkreislauf, Wassergesundheit, Tier- und Vogelkunde, Bäume, Blätter, Früchte und Tierspuren aufgegriffen. Diplom-Biologin Helene Kyrieleis, die das Projekt fachverantwortlich leitete Inhalte entwickelt hat, verspricht außerdem Rezepte des Waldes. Ein kleines Beraterteam stand Frau Kyrieleis zur Seite: Waltraud Rinke, Christel Windgaßen, Bernd Drache, EFG-Lehrer Walter Leucht und Revierförster Martin Kiefer, der interessante Ideen von einem Wassererlebnispfad aus dem Hunsrück mitgebracht hat. Dieser Weg im Hahnenbachtal in Kirn-Land wurde von Dr. Feldhoff entwickelt und ist ein Tourismus-Förderprojekt. „So weit sind wir noch nicht, aber wir zielen natürlich auf Familien aus der näheren und weiteren Umgebung, unseren herrlichen Landschaftspark Saalbachtal und seinen Naturrundweg zu besuchen,“ erklärt Arbeitskreisleiter Klaus-Günther Conrads. Dazu passt der Name: Wuppertaler Walderlebnisweg Ronsdorfer Talsperre. Ein Maskottchen hat Helene Kyrieleis mitgebracht. Der zugewanderte, in der Talsperre lebende Edelkrebs wird zum Sprechen gebracht und dient als Wegezeichen.
Besonders stolz ist Alexander Schmidt, Vorsitzender des Ronsdorfer Heimat- und Bürgervereins, dass die Finanzierung aus privaten Zuwendungen gesichert und der städtische Haushalt nicht belastet wurde: „Bereits vor der Aktion für den Bandwirkerplatz haben uns Bürger und Vereine durch Spenden in die Lage versetzt, das Projekt zu realisieren.“ Am 15. Juni 2007 um 15 Uhr fand auf dem Lückeplatz, der Fläche des ehemaligen Talsperren-Restaurants die Eröffnung mit einem bunten Programm statt. Das Waldklassenzimmer erfuhr seine Premiere durch die Erich-Fried-Gesamtschule, als am letzten Tag vor den Sommerferien eine Klasse dort ihre Zeugnisse erhielt..
Maßgeblich wirkten die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und das städtische Ressort Grünflächen und Forsten am Walderlebnisweg mit. So hat ein Schreiner aus dem Forstbetrieb die elf Gestelle angefertigt, die die Informationstafeln tragen.
Eine Bitte richten die Initiatoren und Entwickler des Walderlebnisweges an junge und ältere Bürgerinnen und Bürger: „Wir wünschen uns, dass die „Möbel“ vor Beschädigungen und Zerstörungen durch Übermütige bewahrt bleiben. Das ist unser Wald und es sind unsere Gegenstände, für die wir uns einsetzen sollten!“
Über den „Wuppertaler Walderlebnisweg Ronsdorfer Talsperre“ hinaus arbeitet der Arbeitskreis gemeinsam mit dem Sauerländischen Gebirgsvereins an der Modernisierung des Wegenetzes, das bedarfsgerecht ausgebaut werden soll. „Keine neuen Wege, wohl aber eine Einbindung des Geschichtslehrpfades Historisches Gelpetal und der Klinik Bergisch Land, dazu Informationstafeln und Flyer,“ verspricht Jochen Czischke, „damit Besucher im „Wuppertaler Wanderpark Ronsdorfer Talsperre“ beste Orientierung finden und sich nicht verirren. Auch an Nordic Walker wird gedacht“.

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