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Die Wupper: auf dem Weg vom Abwasserfluss zum Lachsgewässer

Fachleute diskutierten Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Wuppergebiet

Die Wupper: auf dem Weg vom Abwasserfluss zum Lachsgewässer

Fachleute diskutierten Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Wuppergebiet 

Die Wupper war noch vor zwei Jahrzehnten ein stark verschmutzter Fluss. Heute hat sich ihre Qualität deutlich gebessert. Sie ist wieder ein Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Genügt das schon, um die Ansprüche der im Jahr 2000 in Kraft getretenen EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) zu erfüllen?
Diese fordert in ganz Europa einen „guten Zustand“ der Bäche, Flüsse, Seen und des Grundwassers. Dies soll bis 2015 bzw. mit Fristverlängerung bis 2027 erreicht werden.

Über die konkrete Umsetzung der Richtlinie im Einzugsgebiet der Wupper diskutierten auf Einladung des Wupperverbandes und der Bezirksregierung Düsseldorf heute rund 180 Fachleute beim 14. Symposium Flussgebietsmanagement / Gebietsforum Wupper in der Wuppertaler Stadthalle.

Im Einzugsgebiet der Wupper hat der Wupperverband in den drei Planungseinheiten Obere Wupper, Untere Wupper und Dhünn die Leitung von Kooperationen übernommen. In diesen Kooperationen sind die an der Wasserwirtschaft beteiligten Institutionen vertreten, z. B. Kommunen, Wasserversorger, Entsorgungsbetriebe, Landwirtschaft, Fischerei, Forst usw. Gemeinsam werden in diesen Kooperationen jeweils ein Umsetzungsfahrplan mit Projekten und Maßnahmen entwickelt. 
Der „gute Zustand“ eines Flusses oder Baches beinhaltet nicht nur die Wasserqualität, sondern viele weitere Faktoren, wie den Fischbestand, die Kleinlebewesen am Gewässergrund, die Beschaffenheit von Ufer und Gewässersohle, die Wassertemperatur und die Durchgängigkeit.

Insbesondere in den Planungseinheiten Obere Wupper und Dhünn, beide überwiegend eher ländlich geprägt, ist die Verbesserung der Gewässerstruktur und der Durchgängigkeit eine der Hauptaufgaben.
In diesen Planungseinheiten konnten bereits erfolgreich einige Projekte umgesetzt werden. Die Durchgängigkeit für Wanderfische wurde z. B. an der Dhünn im Bereich des Freudenthaler Sensenhammers in Leverkusen und an der Wupper am Wehr Schlossfabrik in Hückeswagen wieder hergestellt. 
Ein weiterer Meilenstein ist die Fertigstellung des Fischaufstiegs am Stausee Beyenburg in Wuppertal in diesem Frühjahr. Dadurch ist die Wupper von der Mündung bis zur Stauanlage Dahlhausen auf einer Länge von 72 Kilometern für aufsteigende Wanderfische durchgängig.
Weitere bereits abgeschlossene Projekte sind die naturnahe Gestaltung der Wupper in Wipperfürth (Ohler Wiesen) und Hückeswagen (Auenpark). 


Raum für Gewässerentwicklung

Die Schaffung naturnaher Gewässerstrukturen ist ein wichtiger Ansatzpunkt zur Umsetzung der EU-WRRL. Um die Struktur eines Gewässers zu verbessern, z. B. durch die Entfernung kanalartiger Ufereinfassungen, ist Entwicklungsfläche entlang der Gewässer notwendig. 
Innerhalb eines Entwicklungskorridors soll das Gewässer Raum für die Entfaltung einer Eigendynamik erhalten. Durch die Möglichkeit, an einigen Stellen auszuufern und sich in die Aue auszubreiten, kann beispielsweise die beeinträchtigende Wirkung anderer urban geprägter Gewässerabschnitte ausgeglichen werden.
Um dies zu ermöglichen, ist die dauerhafte Verfügbarkeit von Grundstücken ein wichtiger Bestandteil der Projekt-Umsetzung. Im Rahmen seines Liegenschaftskonzepts führt der Wupperverband eine Einigung mit den Grundstückseigentümern auf der Basis des Freiwilligkeitsprinzips herbei, z. B. durch Grunddienstbarkeiten, Flächentausch oder Flächenkäufen.
Im Bereich der Dhünnaue in Leverkusen konnte in jüngster Zeit durch Ankauf und Tausch eine Fläche bereitgestellt werden, die nun zur weiteren Gewässerentwicklung der Dhünn genutzt werden kann.
Die Bereitstellung von Flächen ist für den Bereich Liegenschaftsmanagement eine Herausforderung für die nächsten 2 Jahrzehnte.

Das „Ökosystem Wupper“ besser verstehen

Eine weitaus größere Herausforderung ist die Umsetzung der EU-WRRL in der Planungseinheit Untere Wupper. Zwischen Wuppertal und Leverkusen wirken zahlreiche Einflüsse auf die Wupper ein, z. B. Abwassereinleitungen aus großen Klärwerken und Mischwasserbehandlungsanlagen, Kühlwassereinleitungen, Flächenversiegelungen mit dichter Bebauung und hohem Verkehrsaufkommen, teilweise kanalartiger technischer Ausbau und vieles mehr.
Die Wupper weist in diesem Abschnitt viele Defizite in ihrem ökologischen Zustand aus, z. B. beim Fischbestand und den Kleinlebewesen (wie Insektenlarven). 
Welche Belastungen sind vorhanden? Wie wirken sie sich aus? Welche Möglichkeiten für Verbesserungen gibt es?
Dies wird derzeit in einem Forschungsprojekt untersucht, das der Wupperverband in 2010 begonnen hat und in 2013 abschließen wird. Das Projekt umfasst sowohl Freilanduntersuchungen an Messstellen von oberhalb des Wuppertaler Stadtgebiets bis unterhalb des Klärwerks Kohlfurth als auch Modellberechnungen.
So soll ermittelt werden, welche Faktoren für das Vorkommen bzw. Fehlen von gewässertypischen Flora- oder Faunenelementen (z. B. Fischarten) verantwortlich sind. 
Die Ergebnisse des Forschungsprojekts werden dabei helfen, die Struktur und Funktionsfähigkeit des Ökosystems Wupper zunächst besser verstehen zu lernen, um daraus anschließend sinnvolle Maßnahmen zur Gewässerentwicklung ableiten zu können. Wie sich abzeichnet, kommt den Veränderungen im Temperaturregime neben solchen im Feststoff- und Schwebstoffregime und damit der Gewässersohlstruktur eine Schlüsselposition für die derzeitig feststellbaren ökologischen Defizite zu.

Weitere Informationen über das Forschungsprojekt sind auf der Homepage www.wupperverband.de in der Rubrik Projekte/ Forschung/ unter dem Stichwort „IMF Untere Wupper“ zu finden.

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